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	<title>Säuglingsmilch Archive - Annis bunte Wissenschaft</title>
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		<title>Inhaltsstoffe von Säuglingsmilch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ann-Kathrin Ortmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 18:14:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Inhaltsstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Science]]></category>
		<category><![CDATA[Pre-Nahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Säuglingsmilch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele waren nach meinem Beitrag über Schadstoffe in Säuglingsmilch erschrocken und verunsichert. Ich kann euch versichern, Säuglingsmilch besteht nicht nur aus Schadstoffen, sie enthält auch lebensnotwendige Nährstoffe, die Kuhmilch oder andere Alternativen NIEMALS ersetzen können (Ausnahme Muttermilch). Säuglingsmilch ist die einzige Alternative zu Muttermilch Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Amme die einzig sichere Alternative zum Stillen. Ein Grund dafür ist, dass jede Spezies eine einzigartige Zusammensetzung ihrer Milch hat. Viele Eltern fragen, warum sie ihr Baby nicht einfach mit normaler Kuhmilch füttern können. Die Antwort ist einfach: Junge Säuglinge können Kuhmilch nicht so vollständig oder leicht verdauen, wie sie die Formel verdauen. Der Grund dafür ist, dass jede Spezies eine einzigartige Zusammensetzung ihrer Milch hat. Kuhmilch und Muttermilch ähneln sich zwar in ihren Inhaltsstoffen, nicht aber in ihrer prozentualen Zusammensetzung: Beide bestehen zu 88% aus Wasser, aber Muttermilch enthält 7% Kohlenhydrate, 1,3% Eiweiß und 4,1% Fett. Kuhmilch enthält etwa 4,5% Kohlenhydrate, 3,3% Eiweiß und 3,9% Fett [1]. Kuhmilch enthält mehr Eiweiß als Muttermilch, da Kälber schneller wachsen müssen. Die hohe Konzentrationen an Eiweiß und Mineralien können jedoch die unreifen Nieren eines Neugeborenen belasten. Darüber hinaus fehlen Kuhmilch die richtigen Mengen an Eisen, Vitamin C und anderen Nährstoffen, die Säuglinge benötigen. Damit sich das Gehirn und ihre Nerven eines Säuglings schnell entwickeln können, müssen bestimmte Proteine, Mineralien und Fettarten vorhanden sein. Diese sind jedoch in Kuhmilch nicht verfügbar oder können von Säuglingen nicht verwertet werden. Die Proteine, Vitamine und Mineralien in Säuglingsmilch wurden daher so aufbereitet, damit sie leichter verdaulich sind. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich in der Analytik der Muttermilch und der Entwicklung von Säuglingsnahrung einiges getan und wir können froh sein, dass wir Zugang zu solch einer Alternative haben. Das steckt in Säuglingsmilch: Säuglingsmilch besteht hauptsächlich aus: Wasser (etwa 88 %) Kohlenhydrate: sie liefern die Energie Proteine (Eiweiße) wie Carnitin (essentielle Rolle im Energiestoffwechsel beim Transport von Fettsäuren, eine Aminosäureverbindung ist erforderlich, um Fettsäuren als Energiequelle verwenden zu können), Cholin oder Taurin (Entwicklung des Zentralnervensystems und der Herzfunktion) Fette und Fettsäuren: Wie z. B. die mehrfach ungesättigten Fettsäuren LCP’s (long-chain polyunsaturated fatty acids), insbesondere Arachidonsäure (kurz&#160;AHA, Omega-6-Fettsäure) und Docosahexaensäure (kurz&#160;DHA, Omega-3-Fettsäure), die einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns, des Zentralnervensystem und der Netzhaut des Auges haben, jedoch vom Organismus nicht ausreichend selbst gebildet werden können. Aber auch Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) gehören zu den Fettsäuren. Mineralstoffe: Sie spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, beim Wachstum oder bei der Blutbildung oder im Zusammenspiel von Nerven und Muskeln. So regulieren beispielsweise Natrium und Kalium den Wasserhaushalt unseres Körpers. Calcium sorgt für feste Knochen und Zähne. Eisen ist wichtig für die Blutbildung. Und Jod hält die Funktion der Schilddrüse aufrecht. Vitamine: Sind essentielle Stoffe (essentiell bedeutet, dass der Organismus es nicht selbst herstellen kann), die unser Körper für viele unterschiedliche Stoffwechselprozesse benötigt. Aminosäuren: Sie dienen vor allem dem Aufbau von Körpergewebe und sind zudem die Endstufen des Eiweißabbaus. Essentielle Aminosäuren kann ein Organismus nicht selber herstellen, sie müssen daher mit der Nahrung aufgenommen werden. Aminosäuren kommen in allen Lebewesen vor. Ballaststoffe: Präbiotika sind Ballaststoffe bzw. unverdauliche Bestandteile aus der Nahrung, die durch körpereigene Enzyme nicht abbaubar sind. Dazu gehören unter anderem Fructooligosaccharide (FOS) und Galactooiligosaccharide (GOS). Präbiotika dienen Probiotika (den gesunden Darmbakterien) als Nahrung.&#160;FOS oder GOS dürfen der Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden (optionaler Inhaltsstoff). Nukleotide (optional) Die Inhaltsstoffe in Säuglingsnahrung sind gesetzlich geregelt Die Zusammensetzung, Rückstandshöchstmengen und Etikettierung von Säuglingsmilchnahrungen und sind innerhalb der Europäischen Union einheitlich geregelt, damit gewährleistet wird, dass alle in Europa zugelassenen Säuglingsmilchnahrungen, unabhängig von Marken und Preisen, einen im gesetzlichen Rahmen vorgeschriebenen Gehalt an Energie und Nährstoffen aufweisen. Die konkreten Angaben sind für Anfangs- und Folgenahrungen in der delegierten Verordnung (EU) 2016/127 [2], sowie für Säuglingsnahrungen für besondere medizinische Zwecke in der delegierten Verordnung (EU) 2016/128 [3] zu finden. Anforderungen an die Zusammensetzung von Säuglingsanfangsmilch (Pre) findet sich in Anhang I, für Folgenahrung in Anhang II Säuglingsanfangsnahrung muss den Zusammensetzungsanforderungen des Anhangs I genügen, wobei die Wertefür die unverzichtbaren und bedingt unverzichtbaren Aminosäuren gemäß Anhang III zu berücksichtigen sind. Folgenahrung muss den Zusammensetzungsanforderungen des Anhangs II genügen. DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) 2016/127 DER KOMMISSIONvom 25. September 2015 [2] Wie finde ich heraus, ob alle wichtigen Inhaltsstoffe in meiner Säuglingsanfangsmilch enthalten sind? Ich möchte euch zeigen, wie ihr &#8211; auch ohne die Verordnung studieren zu müssen &#8211; selbst überprüfen könnt, ob alle wichtigen Inhaltsstoffe in euer Säuglingsmilch enthalten sind: Was ihr dafür benötigt? Die Zutatenliste eures Milchpulvers (in Bild 1 oben) Die Nährstoff-Liste eures Milchpulvers (In Bild 1 mittig) und meine Checkliste (DOWNLOAD) Anmerkung: Ich werde in den folgenden Abschnitten nur auf die Zusammensetzungsanforderungen von Säuglingsanfangsmilch eingehen (EU-Verordnung Anhang I [2]). Die Angaben für die Folgenahrung findest du im Anhang II [3]). Das wichtigste in Kürze: Was MUSS rechtlich enthalten sein: Energie: Brennwert zwischen 60 kcal und 70 kcal Kohlenhydrate: zwischen 9 g/100 kcal und 14 g/100 kcal Fett: zwischen 4,4 g/100 kcal und 6 g/100 kcal Proteine: L-Carnitin (neu, vorher optional) und Cholin Essentielle Aminosäuren Docosahexaensäure* (DHA): Auch zu finden in „Fischöl“ oder „Öl aus der Mikroalge Schizochytrium sp“ (hoher Anteil an DHA) Mineralstoffe Vitamine Inositol Was KANN rechtlich enthalten sein, muss aber nicht: Ballaststoffe/Prebiotika: Fructooligosaccharide (FOS) oder Galactooiligosaccharide (GOS), sowie Lacto-N-Neotetraose Präbiotika (Bakterienkulturen) wie z.B. Lactobacillus Arachidonsäure (AHA, ARA, AA): In vielen Produkten nicht speziell gelistet, zu finden in der Zutat „Öl aus Mortierella alpina“ oder „Öl aus der Mikroalge Schizochytrium sp“ (EPA, als Ausgangsstoff für ARA) * Taurin Nukleotide wie Cytidin-, Uridin-, Adenosin- oder Guanosinmonophosphat Was DARF rechtlich NICHT enthalten sein: Sesamöl Baumwollsaatöl Pestizide Mineralöl- oder Desinfektionsmittel-Rückstände sind hier nicht rechtlich festgehalten. Dazu mehr im Beitrag Schadstoffe in Säuglingsnahrung Der Check anhand eines Produktbeispieles: In folgendem Dokument habe ich einen Check anhand der Checkliste durchgeführt, ihr könnt es euch kostenlos downloaden. Im großen Check habe ich 54 Säuglingsanfangsnahrungen auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Quellen [1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21335987/ [2] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32016R0127&#38;qid=1573219489049&#38;from=EN [3] https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/b2d05cd8-c97e-11e5-a4b5-01aa75ed71a1/language-de/format-PDFA1A</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/18/inhaltsstoffe-von-saeuglingsmilch/">Inhaltsstoffe von Säuglingsmilch</a> erschien zuerst auf <a href="https://annisbuntewissenschaft.de">Annis bunte Wissenschaft</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify">Viele waren nach meinem Beitrag über Schadstoffe in Säuglingsmilch erschrocken und verunsichert. Ich kann euch versichern, Säuglingsmilch besteht nicht nur aus Schadstoffen, sie enthält auch lebensnotwendige Nährstoffe, die Kuhmilch oder andere Alternativen NIEMALS ersetzen können (Ausnahme Muttermilch). </p>



<h3 class="wp-block-heading">Säuglingsmilch ist die einzige Alternative zu Muttermilch</h3>



<p class="has-text-align-justify">Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Amme die einzig sichere Alternative zum Stillen. Ein Grund dafür ist, dass jede Spezies eine einzigartige Zusammensetzung ihrer Milch hat. </p>



<p class="has-text-align-justify">Viele Eltern fragen, warum sie ihr Baby nicht einfach mit normaler Kuhmilch füttern können. Die Antwort ist einfach: Junge Säuglinge können Kuhmilch nicht so vollständig oder leicht verdauen, wie sie die Formel verdauen. Der Grund dafür ist, dass jede Spezies eine einzigartige Zusammensetzung ihrer Milch hat. Kuhmilch und Muttermilch ähneln sich zwar in ihren Inhaltsstoffen, nicht aber in ihrer prozentualen Zusammensetzung: </p>



<p class="has-text-align-justify">Beide bestehen zu 88% aus Wasser, aber Muttermilch enthält 7% Kohlenhydrate, 1,3% Eiweiß und 4,1% Fett. Kuhmilch enthält etwa 4,5% Kohlenhydrate, 3,3% Eiweiß und 3,9% Fett [1].</p>



<p class="has-text-align-justify">Kuhmilch enthält mehr Eiweiß als Muttermilch, da Kälber schneller wachsen müssen. Die hohe Konzentrationen an Eiweiß und Mineralien können jedoch die unreifen Nieren eines Neugeborenen belasten. Darüber hinaus fehlen Kuhmilch die richtigen Mengen an Eisen, Vitamin C und anderen Nährstoffen, die Säuglinge benötigen.</p>



<p class="has-text-align-justify">Damit sich das Gehirn und ihre Nerven eines Säuglings schnell entwickeln können, müssen bestimmte Proteine, Mineralien und Fettarten vorhanden sein. Diese sind jedoch in Kuhmilch nicht verfügbar oder können von Säuglingen nicht verwertet werden. Die Proteine, Vitamine und Mineralien in Säuglingsmilch wurden daher so aufbereitet, damit sie leichter verdaulich sind.</p>



<p>Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich in der Analytik der Muttermilch und der Entwicklung von Säuglingsnahrung einiges getan und wir können froh sein, dass wir Zugang zu solch einer Alternative haben. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Das steckt in Säuglingsmilch: </h3>



<p class="has-text-align-justify">Säuglingsmilch besteht hauptsächlich aus: </p>



<ul class="wp-block-list"><li><strong>Wasser</strong> (etwa 88 %)</li><li><strong>Kohlenhydrate</strong>: sie liefern die Energie</li><li><strong>Proteine (Eiweiße)</strong> wie <span style="text-decoration: underline;">Carnitin</span> (essentielle Rolle im Energiestoffwechsel beim Transport von Fettsäuren, eine Aminosäureverbindung ist erforderlich, um Fettsäuren als Energiequelle verwenden zu können), <span style="text-decoration: underline;">Cholin</span> oder <span style="text-decoration: underline;">Taurin</span> (Entwicklung des Zentralnervensystems und der Herzfunktion)</li><li><strong>Fette und Fettsäuren</strong>: Wie z. B. die mehrfach ungesättigten Fettsäuren LCP’s (long-chain polyunsaturated fatty acids), insbesondere Arachidonsäure (kurz&nbsp;<span style="text-decoration: underline;">AHA</span>, Omega-6-Fettsäure) und Docosahexaensäure (kurz&nbsp;<span style="text-decoration: underline;">DHA</span>, Omega-3-Fettsäure), die einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns, des Zentralnervensystem und der Netzhaut des Auges haben, jedoch vom Organismus nicht ausreichend selbst gebildet werden können. Aber auch Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) gehören zu den Fettsäuren.</li><li><strong>Mineralstoffe</strong>: Sie spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, beim Wachstum oder bei der Blutbildung oder im Zusammenspiel von Nerven und Muskeln. So regulieren beispielsweise <span style="text-decoration: underline;">Natrium</span> und <span style="text-decoration: underline;">Kalium</span> den Wasserhaushalt unseres Körpers. Calcium sorgt für feste Knochen und Zähne. Eisen ist wichtig für die Blutbildung. Und Jod hält die Funktion der Schilddrüse aufrecht.</li><li><strong>Vitamine</strong>: Sind essentielle Stoffe (essentiell bedeutet, dass der Organismus es nicht selbst herstellen kann), die unser Körper für viele unterschiedliche Stoffwechselprozesse benötigt.</li><li><strong>Aminosäuren</strong>: Sie dienen vor allem dem Aufbau von Körpergewebe und sind zudem die Endstufen des Eiweißabbaus. Essentielle Aminosäuren kann ein Organismus nicht selber herstellen, sie müssen daher mit der Nahrung aufgenommen werden. Aminosäuren kommen in allen Lebewesen vor.</li><li><strong>Ballaststoffe</strong>: Präbiotika sind Ballaststoffe bzw. unverdauliche Bestandteile aus der Nahrung, die durch körpereigene Enzyme nicht abbaubar sind. Dazu gehören unter anderem Fructooligosaccharide (<strong>FOS</strong>) und Galactooiligosaccharide (<strong>GOS</strong>). Präbiotika dienen Probiotika (den gesunden Darmbakterien) als Nahrung.&nbsp;FOS oder GOS dürfen der Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden (optionaler Inhaltsstoff).</li><li><strong>Nukleotide</strong> (optional) </li></ul>



<h3 class="wp-block-heading">Die Inhaltsstoffe in Säuglingsnahrung sind gesetzlich geregelt</h3>



<p class="has-text-align-justify">Die Zusammensetzung, Rückstandshöchstmengen und Etikettierung von Säuglingsmilchnahrungen und sind innerhalb der Europäischen Union einheitlich geregelt, damit gewährleistet wird, dass alle in Europa zugelassenen Säuglingsmilchnahrungen, unabhängig von Marken und Preisen, einen im gesetzlichen Rahmen vorgeschriebenen Gehalt an Energie und Nährstoffen aufweisen.</p>



<p class="has-text-align-justify">Die konkreten Angaben sind für Anfangs- und Folgenahrungen  in der delegierten Verordnung (EU) 2016/127 [2], sowie für Säuglingsnahrungen für besondere medizinische Zwecke in der delegierten Verordnung (EU) 2016/128 [3] zu finden.</p>



<p>Anforderungen an die Zusammensetzung von Säuglingsanfangsmilch (Pre) findet sich in Anhang I, für Folgenahrung in Anhang II</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Säuglingsanfangsnahrung muss den Zusammensetzungsanforderungen des Anhangs I genügen, wobei die Werte<br>für die unverzichtbaren und bedingt unverzichtbaren Aminosäuren gemäß Anhang III zu berücksichtigen sind.</p><p>Folgenahrung muss den Zusammensetzungsanforderungen des Anhangs II genügen.</p><cite>DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) 2016/127 DER KOMMISSION<br>vom 25. September 2015 [2]</cite></blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Wie finde ich heraus, ob alle wichtigen Inhaltsstoffe in meiner Säuglingsanfangsmilch enthalten sind?</h3>



<p>Ich möchte euch zeigen, wie ihr &#8211; auch ohne die Verordnung studieren zu müssen &#8211; selbst überprüfen könnt, ob alle wichtigen Inhaltsstoffe in euer Säuglingsmilch enthalten sind:</p>



<p>Was ihr dafür benötigt? </p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die Zutatenliste eures Milchpulvers (in Bild 1 oben)</li><li>Die Nährstoff-Liste eures Milchpulvers (In Bild 1 mittig)</li><li>und meine Checkliste (<a href="https://annisbuntewissenschaft.de/produkt/checkliste-saeuglingsanfangsnahrung/">DOWNLOAD</a>)</li></ul>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://annisbuntewissenschaft.de/wp-content/uploads/2021/02/Beispiel-Loewenzahn-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-1144" width="373" height="373"/><figcaption>Die Zutatenliste und Nährstofftabelle befindet sich auf der Verpackung des Milchpulvers (Bildquelle: loewenzahnorganics.com)</figcaption></figure></div>



<p class="has-text-align-justify"><strong>Anmerkung: Ich werde in den folgenden Abschnitten nur auf die Zusammensetzungsanforderungen von Säuglingsanfangsmilch eingehen</strong> <strong>(EU-Verordnung Anhang I [2]). Die Angaben für die Folgenahrung findest du im Anhang II [3]).</strong> </p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Das wichtigste in Kürze: </strong></h4>



<p>Was <strong>MUSS</strong> rechtlich enthalten sein:</p>



<ul class="has-background wp-block-list" style="background-color:#eeeeee"><li>Energie: Brennwert zwischen 60 kcal und 70 kcal</li><li>Kohlenhydrate: zwischen 9 g/100 kcal und 14 g/100 kcal</li><li>Fett: zwischen 4,4 g/100 kcal und 6 g/100 kcal</li><li>Proteine: L-Carnitin (neu, vorher optional) und Cholin</li><li>Essentielle Aminosäuren</li><li>Docosahexaensäure* (DHA): Auch zu finden in „<em>Fischöl</em>“ oder „<em>Öl aus der Mikroalge Schizochytrium sp</em>“ (hoher Anteil an DHA)</li><li>Mineralstoffe</li><li>Vitamine</li><li>Inositol</li></ul>



<p>Was <strong>KANN </strong>rechtlich enthalten sein, muss aber nicht:</p>



<ul class="has-background wp-block-list" style="background-color:#eeeeee"><li>Ballaststoffe/Prebiotika: Fructooligosaccharide (FOS) oder Galactooiligosaccharide (GOS), sowie Lacto-N-Neotetraose</li><li>Präbiotika (Bakterienkulturen) wie z.B. Lactobacillus</li><li>Arachidonsäure (AHA, ARA, AA): In vielen Produkten nicht speziell gelistet, zu finden in der Zutat „<em>Öl aus Mortierella alpina</em>“ oder „<em>Öl aus der Mikroalge Schizochytrium sp</em>“ (EPA, als Ausgangsstoff für ARA) *</li><li>Taurin</li><li>Nukleotide wie Cytidin-, Uridin-, Adenosin- oder Guanosinmonophosphat</li></ul>



<p>Was <strong>DARF </strong>rechtlich<strong> NICHT</strong> enthalten sein:</p>



<ul class="has-background wp-block-list" style="background-color:#eeeeee"><li>Sesamöl</li><li>Baumwollsaatöl</li><li>Pestizide</li><li>Mineralöl- oder Desinfektionsmittel-Rückstände sind hier nicht rechtlich festgehalten. Dazu mehr im Beitrag <a href="https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/14/schadstoffe-in-saeuglingsmilch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schadstoffe in Säuglingsnahrung</a></li></ul>



<h3 class="wp-block-heading">Der Check anhand eines Produktbeispieles:</h3>



<p class="has-text-align-justify">In folgendem Dokument habe ich einen Check anhand der Checkliste durchgeführt, ihr könnt es euch kostenlos downloaden. Im großen Check habe ich 54 Säuglingsanfangsnahrungen auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. </p>


<div data-block-name="woocommerce/product-category" data-categories="[149,152]" class="wc-block-grid wp-block-product-category wp-block-woocommerce-product-category wc-block-product-category has-3-columns has-multiple-rows"><ul class="wc-block-grid__products"><li class="wc-block-grid__product">
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			</li></ul></div>


<h3 class="wp-block-heading">Quellen</h3>



<p style="font-size:12px">[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21335987/ </p>



<p style="font-size:12px">[2] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32016R0127&amp;qid=1573219489049&amp;from=EN </p>



<p style="font-size:12px">[3] https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/b2d05cd8-c97e-11e5-a4b5-01aa75ed71a1/language-de/format-PDFA1A </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/18/inhaltsstoffe-von-saeuglingsmilch/">Inhaltsstoffe von Säuglingsmilch</a> erschien zuerst auf <a href="https://annisbuntewissenschaft.de">Annis bunte Wissenschaft</a>.</p>
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		<title>Schadstoffe in Säuglingsmilch</title>
		<link>https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/14/schadstoffe-in-saeuglingsmilch/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ann-Kathrin Ortmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Feb 2021 17:06:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Inhaltsstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Science]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Muttermilch nährt unsre Kleinen von Geburt an und schützt sie vor Infektionen und reduziert das Risiko für Übergewicht und Allergien. Hersteller von Muttermilchersatz-Produkten wie Pre-Nahrung oder Säuglings-Milch arbeiten daran, die natürliche Muttermilch so gut wie möglich nachzuahmen. Doch dabei scheint so einiges schief zu gehen. Im Auftrag von Foodwatch hatten drei zertifizierte Labore&#160;unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Analysemethoden Babymilch auf Mineralöle untersucht. Von vier in Deutschland eingekauften Produkten waren drei mit krebsverdächtigen aromatischen Mineralölbestandteilen (MOAH) verunreinigt [1]. Auch Öko-Test untersuchte mehrere Milchpulver auf Fettschadstoffe, Mineralöl-Rückstände und Reste von Desinfektionsmitteln. Dabei haben sie herausgefunden, dass in vielen Milchpulvern zum einen zu viele Schadstoffe enthalten und zum anderen viele wichtige Nährstoffe fehlen [2]. Kein einziges Produkt war frei von Mineralöl-Rückständen. Nur fünf Pre-Milchpulver sind &#8222;gut&#8220; Öko-Test Jahrbuch Kinder und Familie für 2020&#160; In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Schadstoffe in Säuglingsmilch vorkommen können, warum sie schädlich sind und wie es zu solchen Verunreinigungen kommt. Hinweis:&#160;Trotz der Fortschritte bei der Zusammensetzung und Herstellung von Milchpulver reicht Säuglingsnahrung noch nicht annähernd an die gesundheitlichen Vorteile deiner Muttermilch heran. Wie gelangen Schadstoffe in das Milchpulver? In Säuglingsmilch sind pflanzliche Fette und Öle, die Fettschadstoffe enthalten können, welche bei der Raffinerie ungewollt entstehen können. Die Hauptquelle für die Belastung mit Mineralölen gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier oder Kunststoffbeschichtungen. Andere mögliche Eintragsquellen sind auch Schmierstoffe aus Anlagen zur Lebensmittelherstellung, Abgase von Erntemaschinen oder Mineralöle, die bei Herstellungs- und Verpackungsprozessen als Schmier- oder Trennmittel eingesetzt werden. MOSH/POSH lösen sich aus Kunststoffen, beispielsweise aus Beschichtungen der Innenbeutel der Milchpulver oder Metalldosen. Als Hauptquelle für die Belastung mit MOAH gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier. Bestandteile wie Perchlorat und Chlorat gelangen durch Kontakt mit Wasser, welches zuvor zu Desinfektionszwecken mit chlorhaltigen Biozidprodukten behandelt worden ist Fettschadstoffe: 3-MCPD-, 2-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern Bei der chemischen Verbindung 3-Monochlorpropandiol (3-MCPD), 2-Monochlorpropandiol (2-MCPD) und deren Fettsäureester sowie Glycidyl-Fettsäureester (GE) handelt es sich um prozessbedingte Kontaminanten. Sie entstehen vor allem während der Raffination von pflanzlichen Ölen und Speisefetten. Die höchsten Gehalte an diesen Verbindungen wurden in raffinierten Palmölen und -fetten gefunden, gefolgt von anderen raffinierten pflanzlichen Ölen und Fetten. Auch sämtliche Lebensmittel, die auf Basis von raffinierten pflanzlichen Speiseölen und -fetten hergestellt werden (u. a. Margarine, Backwaren, Säuglingsmilchnahrung), können belastet sein [6]. Glycidyl-Fettsäureestern (GE) setzen während der Verdauung Glycidol frei, welches als krebserregend und erbgutschädigend gilt. GE sind gesundheitlich bedenklich, da sie sowohl genotoxisch als auch karzinogen sind, d.h. sie können die DNA schädigen und Krebs verursachen. EFSA [7] Mineralöl- und Kunststoffbestandteile: Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MKW): MOSH und MOAH Mit den Abkürzungen MOSH und MOAH werden zwei unterschiedliche Gruppen chemischer Verbindungen bezeichnet, die im Mineralöl vorkommen. Bei MOSH (englisch Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) handelt sich um ein komplexes Gemisch aus gesättigten Kohlenwasserstoffen. Toxikologisch gesehen sind diese Verbindungen problematisch, da sie nicht nur eine Belastung für den menschlichen Körper darstellen, sondern auch in bestimmten Geweben ansammeln können. Die EFSA stufte die MOSH als potenziell besorgniserregend ein [8]. Zur MOSH-Fraktion gehören beispielsweise POSH (Polyolefin oligomeric saturated hydrocarbons), Paraffine (offenkettige Kohlenwasserstoffe) und Naphtene (cyklische Kohlenwasserstoffe) MOAH&#160;(englisch Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) sind eine Gruppe von ungesättigten aromatishcen (zyklischen) Kohlenwasserstoffe, von denen einige möglicherweise krebserregend sind. Als Hauptquelle für die Belastung gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier. MOSH lagern sich in menschlichem Gewebe an und fördern Tumorwachstum. Sie gelten sogar als potenziell krebserregend. Zur MOAH-Fraktion gehören beispielsweise Polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK). Die in Lebensmitteln nachgewiesene Fraktion an aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) kann aus unterschiedlichen Eintragsquellen stammen. Meist handelt es sich dabei um eine komplexe Mischung aus überwiegend alkylierten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, zu denen auch krebserzeugende Substanzen gehören können. Eine gesundheitliche Bewertung ist aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich. Schwieriger ist das bei den gesättigten Kohlenwasserstoffen MOSH/POSH. MOSH und POSH sind Stoffgruppen, die sich chemisch so sehr gleichen, dass sie sich mit der üblichen Analysemethode nicht sicher unterscheiden lassen. Wie MOAH sind MOSH Mineralölbestandteile. Von ihnen ist bekannt, dass sie sich im menschlichen Fettgewebe und in der Leber anreichern. Ob POSH die gleichen oder andere Risiken mit sich bringen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. POSH lösen sich aus Kunststoffen, hier möglicherweise aus Beschichtungen der Innenbeutel der Milchpulver. Nach unserer Auffassung sollten vorsichtshalber sowohl MOSH als auch POSH in Lebensmitteln so weit minimiert werden, wie irgend möglich. BFR: Fragen und Antworten zu Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln [9] Perchlorat und Chlorat aus Desinfektionsmitteln Desinfektionsmittel sind Substanzen, die gegen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Parasiten sowie Viren wirksam sind. Perchlorat-Vorkommen in der Umwelt sind hauptsächlich anthropogenen Ursprungs, d. h. durch den Menschen verursacht. Perchlorate wurden &#8211; anders als einige Chlorate &#8211; in der EU nie als Pflanzenschutzmittel oder Biozidwirkstoff genehmigt. Perchlorat kann jedoch bei der Verwendung von chlorhaltigen Substanzen zur Reinigung oder Desinfektion als Nebenprodukt entstehen. Nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse ist als Eintragspfad der Kontakt von Lebensmitteln mit Wasser wahrscheinlich, das zuvor zu Desinfektionszwecken mit chlorhaltigen Biozidprodukten behandelt worden ist. In dieser Säuglingsmilch wurden Schadstoffe nachgewiesen In folgenden Milchpulver-Produkten wurden aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen: Foodwatch 10/2020 [3]: Nestlé: BEBA Pro HA 2; BEBA Supreme Pre, von Geburt an; BEBA Optipro 2; BEBA Optipro 1; BEBA Pro HA 1, von Geburt an; BEBA Pro HA Pre Novalac: Säuglingsmilchnahrung PRE 400g; Säuglingsspezialnahrung BK Blähungen und Koliken Humana: SL Spezialnahrung bei Kuhmilchunverträglichkeit; Anfangsmilch 1 von Geburt an Rossmann: Babydream Kinderdrink ab 1 Jahr Foodwatch 5/2019 [4]: Nestlé BEBA OPTIPRO PRE 800 g von Geburt an; Chargennummer:&#160;&#160; &#160;91120346AA; Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020; Belastung mit MOAH: 3,0 mg/kg Nestlé BEBA OPTIPRO 1 800 g &#160;von Geburt an; Chargennummer: 9098080621; Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020; Belastung mit MOAH: 1,9 mg/kg;&#160; Novalac Säuglingsmilchnahrung PRE 400g (in Apotheken erhältlich); Chargennummer: A5952275; Mindesthaltbarkeitsdatum: 11.03.2020; Belastung mit MOAH: 0,5 mg/kg Ökotest 5/2019 [5]: Stark erhöhte MOSH/POSH: Hipp Bio Combiotik Pre Anfangsmilch Milupa Milumil Pre Anfangsmilch Aptamil Pronutra Anfangsmilch Pre (sehr stark erhöht) Babylove Anfangsmilch Pre Nestlé Bepa Optipro Pre (+ MOAH Nachweis) Babydream Anfangsmilch Pre Erhöhte 3-MCPD/Glycidylester-Werte Babydream Anfangsmilch Pre Fazit Strengere Tests müssen her Leider werden größere unabhängige Tests leider nicht oft durchgeführt und decken längst nicht alle Hersteller und Produkte. Foodwatch testete lediglich 2 Hersteller (Novalac und Nestlé BEBA), Öko-Test nur 16. Bei einem so wichtigen Produkt gehören strengere und breiter aufgestellte Tests her, die in einem engere Zeitfenster Säuglingsnahrung testen. Keine akute Gesundheitsgefahr Bei der Verwendung von Säuglingsnahrung mit nachgewiesen erhöhten Schadstoffen besteht keine akute Gesundheitsgefahr. Einige Hersteller haben ihre Produkte, oder zumindest die Charge mit der betroffenen Säuglingsmilch, aus dem Sortiment genommen. Es gibt aber auch Hersteller (vor allem Großkonzerne), die bis heute die Testergebnisse von Ökotest und Foodwatch ignorieren. Über einen Wechsel zu einer weniger belastenden Säuglingsmilch sollte nachgedacht werden. . Quellen [1] https://www.foodwatch.org/de/informieren/mineraloel/fragen-und-antworten-zu-mineraloel-in-saeuglingsmilch/ [2] https://www.oekotest.de/kinder-familie/Babynahrung-im-Test-Nur-fuenf-Pre-Milchpulver-sind-gut_111647_1.html [3] https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2020/staatliche-labore-finden-mineraloel-in-babymilch/ [4] https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2019/saeuglingsmilch-mit-mineraloel-belastet/ [5] https://www.united-kiosk.de/oeko-test-jahrbuch-kinder-und-familie-epaper/test-anfangsnahrung-pre-hipp-hipp-hurra/art_2111384_20190001208/?partnerId=OE20628 [6] https://www.bfr.bund.de/cm/343/3-mcpd-2-mcpd-glycidyl-fettsaeureester-in-lebensmitteln.pdf [7] https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/180110 [8] https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2903/j.efsa.2012.2704 [9] https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-mineraloelbestandteilen-in-lebensmitteln.pdf</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/14/schadstoffe-in-saeuglingsmilch/">Schadstoffe in Säuglingsmilch</a> erschien zuerst auf <a href="https://annisbuntewissenschaft.de">Annis bunte Wissenschaft</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify">Muttermilch nährt unsre Kleinen von Geburt an und schützt sie vor Infektionen und reduziert das Risiko für Übergewicht und Allergien. Hersteller von Muttermilchersatz-Produkten wie Pre-Nahrung oder Säuglings-Milch arbeiten daran, die natürliche Muttermilch so gut wie möglich nachzuahmen.</p>



<p class="has-text-align-justify">Doch dabei scheint so einiges schief zu gehen. Im Auftrag von Foodwatch hatten drei zertifizierte Labore&nbsp;unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Analysemethoden Babymilch auf Mineralöle untersucht. Von vier in Deutschland eingekauften Produkten waren drei mit krebsverdächtigen aromatischen Mineralölbestandteilen (MOAH) verunreinigt [1].</p>



<p class="has-text-align-justify">Auch Öko-Test untersuchte mehrere Milchpulver auf Fettschadstoffe, Mineralöl-Rückstände und Reste von Desinfektionsmitteln. Dabei haben sie herausgefunden, dass in vielen Milchpulvern zum einen zu viele Schadstoffe enthalten und zum anderen viele wichtige Nährstoffe fehlen [2]. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Kein einziges Produkt war frei von Mineralöl-Rückständen. Nur fünf Pre-Milchpulver sind &#8222;gut&#8220;</p><cite>Öko-Test Jahrbuch Kinder und Familie für 2020&nbsp;</cite></blockquote>



<p class="has-text-align-justify">In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Schadstoffe in Säuglingsmilch vorkommen können, warum sie schädlich sind und wie es zu solchen Verunreinigungen kommt.</p>



<p class="has-text-align-justify"><strong>Hinweis:&nbsp;Trotz der Fortschritte bei der Zusammensetzung und Herstellung von Milchpulver reicht Säuglingsnahrung noch nicht annähernd an die gesundheitlichen Vorteile deiner Muttermilch heran.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie gelangen Schadstoffe in das Milchpulver?</h3>



<ul class="wp-block-list"><li>In Säuglingsmilch sind pflanzliche Fette und Öle, die <strong>Fettschadstoffe</strong> enthalten können, welche bei der Raffinerie ungewollt entstehen können. </li><li>Die Hauptquelle für die Belastung mit <strong>Mineralölen</strong> gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier oder Kunststoffbeschichtungen. Andere mögliche Eintragsquellen sind auch Schmierstoffe aus Anlagen zur Lebensmittelherstellung, Abgase von Erntemaschinen oder Mineralöle, die bei Herstellungs- und Verpackungsprozessen als Schmier- oder Trennmittel eingesetzt werden. <strong>MOSH/POSH </strong>lösen sich aus Kunststoffen, beispielsweise aus Beschichtungen der Innenbeutel der Milchpulver oder Metalldosen. Als Hauptquelle für die Belastung mit <strong>MOAH</strong> gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier.</li><li>Bestandteile wie <strong>Perchlorat</strong> und <strong>Chlorat </strong>gelangen durch Kontakt mit Wasser, welches zuvor zu Desinfektionszwecken mit chlorhaltigen Biozidprodukten behandelt worden ist</li></ul>



<h4 class="wp-block-heading">Fettschadstoffe: 3-MCPD-, 2-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern</h4>



<p class="has-text-align-justify">Bei der chemischen Verbindung 3-Monochlorpropandiol (<strong>3-MCPD</strong>), 2-Monochlorpropandiol (<strong>2-MCPD</strong>) und deren Fettsäureester sowie <strong>Glycidyl-Fettsäureester</strong> <strong>(GE)</strong> handelt es sich um prozessbedingte Kontaminanten. Sie entstehen vor allem während der Raffination von pflanzlichen Ölen und Speisefetten. Die höchsten Gehalte an diesen Verbindungen wurden in raffinierten Palmölen und -fetten gefunden, gefolgt von anderen raffinierten pflanzlichen Ölen und Fetten. Auch sämtliche Lebensmittel, die auf Basis von raffinierten pflanzlichen Speiseölen und -fetten hergestellt werden (u. a. Margarine, Backwaren, Säuglingsmilchnahrung), können belastet sein [6].</p>



<p>Glycidyl-Fettsäureestern (GE) setzen während der Verdauung Glycidol frei, welches als krebserregend und erbgutschädigend gilt. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>GE sind gesundheitlich bedenklich, da sie sowohl genotoxisch als auch karzinogen sind, d.h. sie können die DNA schädigen und Krebs verursachen.</p><cite>EFSA [7]</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Mineralöl- und Kunststoffbestandteile: Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MKW): MOSH und MOAH</h4>



<p class="has-text-align-justify">Mit den Abkürzungen MOSH und MOAH werden zwei unterschiedliche Gruppen chemischer Verbindungen bezeichnet, die im Mineralöl vorkommen. </p>



<p class="has-text-align-justify">Bei <strong>MOSH </strong>(englisch Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) handelt sich um ein komplexes Gemisch aus <strong>gesättigten Kohlenwasserstoffen</strong>. Toxikologisch gesehen sind diese Verbindungen problematisch, da sie nicht nur eine Belastung für den menschlichen Körper darstellen, sondern auch in bestimmten Geweben ansammeln können. Die EFSA stufte die MOSH als potenziell besorgniserregend ein [8]. </p>



<p class="has-text-align-justify">Zur MOSH-Fraktion gehören beispielsweise POSH (Polyolefin oligomeric saturated hydrocarbons), Paraffine (offenkettige Kohlenwasserstoffe) und Naphtene (cyklische Kohlenwasserstoffe)</p>



<p class="has-text-align-justify"><strong>MOAH</strong>&nbsp;(englisch Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) sind eine Gruppe von ungesättigten aromatishcen (zyklischen) Kohlenwasserstoffe, von denen einige möglicherweise krebserregend sind. Als Hauptquelle für die Belastung gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier. MOSH lagern sich in menschlichem Gewebe an und fördern Tumorwachstum. Sie gelten sogar als potenziell krebserregend.</p>



<p class="has-text-align-justify">Zur MOAH-Fraktion gehören beispielsweise Polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK).</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Die in Lebensmitteln nachgewiesene Fraktion an aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) kann aus unterschiedlichen Eintragsquellen stammen. Meist handelt es sich dabei um eine komplexe Mischung aus überwiegend alkylierten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, zu denen auch krebserzeugende Substanzen gehören können. Eine gesundheitliche Bewertung ist aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich. Schwieriger ist das bei den gesättigten Kohlenwasserstoffen MOSH/POSH. MOSH und POSH sind Stoffgruppen, die sich chemisch so sehr gleichen, dass sie sich mit der üblichen Analysemethode nicht sicher unterscheiden lassen. Wie MOAH sind MOSH Mineralölbestandteile. Von ihnen ist bekannt, dass sie sich im menschlichen Fettgewebe und in der Leber anreichern. Ob POSH die gleichen oder andere Risiken mit sich bringen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. POSH lösen sich aus Kunststoffen, hier möglicherweise aus Beschichtungen der Innenbeutel der Milchpulver. Nach unserer Auffassung sollten vorsichtshalber sowohl MOSH als auch POSH in Lebensmitteln so weit minimiert werden, wie irgend möglich.</p><cite>BFR: Fragen und Antworten zu Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln [9]</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Perchlorat und Chlorat aus Desinfektionsmitteln</h4>



<p class="has-text-align-justify">Desinfektionsmittel sind Substanzen, die gegen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Parasiten sowie Viren wirksam sind.</p>



<p class="has-text-align-justify"><strong>Perchlorat</strong>-Vorkommen in der Umwelt sind hauptsächlich anthropogenen Ursprungs, d. h. durch den Menschen verursacht. Perchlorate wurden &#8211; anders als einige Chlorate &#8211; in der EU nie als Pflanzenschutzmittel oder Biozidwirkstoff genehmigt. Perchlorat kann jedoch bei der Verwendung von chlorhaltigen Substanzen zur Reinigung oder Desinfektion als Nebenprodukt entstehen.</p>



<p class="has-text-align-justify">Nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse ist als Eintragspfad der Kontakt von Lebensmitteln mit Wasser wahrscheinlich, das zuvor zu Desinfektionszwecken mit chlorhaltigen Biozidprodukten behandelt worden ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">In dieser Säuglingsmilch wurden Schadstoffe nachgewiesen</h3>



<p>In folgenden Milchpulver-Produkten wurden aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen:</p>



<p><span style="text-decoration: underline;">Foodwatch 10/2020 [3]:</span></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Nestlé: BEBA Pro HA 2; BEBA Supreme Pre, von Geburt an; BEBA Optipro 2; BEBA Optipro 1; BEBA Pro HA 1, von Geburt an; BEBA Pro HA Pre</li><li>Novalac: Säuglingsmilchnahrung PRE 400g; Säuglingsspezialnahrung BK Blähungen und Koliken</li><li>Humana: SL Spezialnahrung bei Kuhmilchunverträglichkeit; Anfangsmilch 1 von Geburt an</li><li>Rossmann: Babydream Kinderdrink ab 1 Jahr</li></ul>



<p><span style="text-decoration: underline;">Foodwatch 5/2019 [4]:</span></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Nestlé BEBA OPTIPRO PRE 800 g von Geburt an; Chargennummer:&nbsp;&nbsp; &nbsp;91120346AA; Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020; Belastung mit MOAH: 3,0 mg/kg</li><li>Nestlé BEBA OPTIPRO 1 800 g &nbsp;von Geburt an; Chargennummer: 9098080621; Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020; Belastung mit MOAH: 1,9 mg/kg;&nbsp;</li><li>Novalac Säuglingsmilchnahrung PRE 400g (in Apotheken erhältlich); Chargennummer: A5952275; Mindesthaltbarkeitsdatum: 11.03.2020; Belastung mit MOAH: 0,5 mg/kg</li></ul>



<p><span style="text-decoration: underline;">Ökotest 5/2019 [5]: </span></p>



<p>Stark erhöhte MOSH/POSH:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Hipp Bio Combiotik Pre Anfangsmilch</li><li>Milupa Milumil Pre Anfangsmilch</li><li>Aptamil Pronutra Anfangsmilch Pre (sehr stark erhöht)</li><li>Babylove Anfangsmilch Pre</li><li>Nestlé Bepa Optipro Pre (+ MOAH Nachweis)</li><li>Babydream Anfangsmilch Pre</li></ul>



<p>Erhöhte 3-MCPD/Glycidylester-Werte</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Babydream Anfangsmilch Pre</li></ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<h5 class="wp-block-heading">Strengere Tests müssen her</h5>



<p class="has-text-align-justify">Leider werden größere unabhängige Tests leider nicht oft durchgeführt und decken längst nicht alle Hersteller und Produkte. Foodwatch testete lediglich 2 Hersteller (Novalac und Nestlé BEBA), Öko-Test nur 16. Bei einem so wichtigen Produkt gehören strengere und breiter aufgestellte Tests her, die in einem engere Zeitfenster Säuglingsnahrung testen. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Keine akute Gesundheitsgefahr</h5>



<p class="has-text-align-justify">Bei der Verwendung von Säuglingsnahrung mit nachgewiesen erhöhten Schadstoffen besteht keine akute Gesundheitsgefahr. Einige Hersteller haben ihre Produkte, oder zumindest die Charge mit der betroffenen Säuglingsmilch, aus dem Sortiment genommen. Es gibt aber auch Hersteller (vor allem Großkonzerne), die bis heute die Testergebnisse von Ökotest und Foodwatch ignorieren. Über einen Wechsel zu einer weniger belastenden Säuglingsmilch sollte nachgedacht werden.</p>



<p class="has-text-align-justify">.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Quellen</h3>



<p style="font-size:12px">[1] https://www.foodwatch.org/de/informieren/mineraloel/fragen-und-antworten-zu-mineraloel-in-saeuglingsmilch/</p>



<p style="font-size:12px">[2] https://www.oekotest.de/kinder-familie/Babynahrung-im-Test-Nur-fuenf-Pre-Milchpulver-sind-gut_111647_1.html</p>



<p style="font-size:12px">[3] https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2020/staatliche-labore-finden-mineraloel-in-babymilch/</p>



<p style="font-size:12px">[4] https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2019/saeuglingsmilch-mit-mineraloel-belastet/</p>



<p style="font-size:12px">[5] https://www.united-kiosk.de/oeko-test-jahrbuch-kinder-und-familie-epaper/test-anfangsnahrung-pre-hipp-hipp-hurra/art_2111384_20190001208/?partnerId=OE20628 </p>



<p style="font-size:12px">[6] https://www.bfr.bund.de/cm/343/3-mcpd-2-mcpd-glycidyl-fettsaeureester-in-lebensmitteln.pdf</p>



<p style="font-size:12px">[7] https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/180110</p>



<p style="font-size:12px">[8] https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2903/j.efsa.2012.2704 </p>



<p style="font-size:12px">[9] https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-mineraloelbestandteilen-in-lebensmitteln.pdf</p>



<p></p>


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