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	<title>Erstaustattung Archive - Annis bunte Wissenschaft</title>
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		<title>Schadstoffe in Säuglingsmilch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ann-Kathrin Ortmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Feb 2021 17:06:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Inhaltsstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Science]]></category>
		<category><![CDATA[Erstaustattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Muttermilch nährt unsre Kleinen von Geburt an und schützt sie vor Infektionen und reduziert das Risiko für Übergewicht und Allergien. Hersteller von Muttermilchersatz-Produkten wie Pre-Nahrung oder Säuglings-Milch arbeiten daran, die natürliche Muttermilch so gut wie möglich nachzuahmen. Doch dabei scheint so einiges schief zu gehen. Im Auftrag von Foodwatch hatten drei zertifizierte Labore&#160;unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Analysemethoden Babymilch auf Mineralöle untersucht. Von vier in Deutschland eingekauften Produkten waren drei mit krebsverdächtigen aromatischen Mineralölbestandteilen (MOAH) verunreinigt [1]. Auch Öko-Test untersuchte mehrere Milchpulver auf Fettschadstoffe, Mineralöl-Rückstände und Reste von Desinfektionsmitteln. Dabei haben sie herausgefunden, dass in vielen Milchpulvern zum einen zu viele Schadstoffe enthalten und zum anderen viele wichtige Nährstoffe fehlen [2]. Kein einziges Produkt war frei von Mineralöl-Rückständen. Nur fünf Pre-Milchpulver sind &#8222;gut&#8220; Öko-Test Jahrbuch Kinder und Familie für 2020&#160; In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Schadstoffe in Säuglingsmilch vorkommen können, warum sie schädlich sind und wie es zu solchen Verunreinigungen kommt. Hinweis:&#160;Trotz der Fortschritte bei der Zusammensetzung und Herstellung von Milchpulver reicht Säuglingsnahrung noch nicht annähernd an die gesundheitlichen Vorteile deiner Muttermilch heran. Wie gelangen Schadstoffe in das Milchpulver? In Säuglingsmilch sind pflanzliche Fette und Öle, die Fettschadstoffe enthalten können, welche bei der Raffinerie ungewollt entstehen können. Die Hauptquelle für die Belastung mit Mineralölen gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier oder Kunststoffbeschichtungen. Andere mögliche Eintragsquellen sind auch Schmierstoffe aus Anlagen zur Lebensmittelherstellung, Abgase von Erntemaschinen oder Mineralöle, die bei Herstellungs- und Verpackungsprozessen als Schmier- oder Trennmittel eingesetzt werden. MOSH/POSH lösen sich aus Kunststoffen, beispielsweise aus Beschichtungen der Innenbeutel der Milchpulver oder Metalldosen. Als Hauptquelle für die Belastung mit MOAH gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier. Bestandteile wie Perchlorat und Chlorat gelangen durch Kontakt mit Wasser, welches zuvor zu Desinfektionszwecken mit chlorhaltigen Biozidprodukten behandelt worden ist Fettschadstoffe: 3-MCPD-, 2-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern Bei der chemischen Verbindung 3-Monochlorpropandiol (3-MCPD), 2-Monochlorpropandiol (2-MCPD) und deren Fettsäureester sowie Glycidyl-Fettsäureester (GE) handelt es sich um prozessbedingte Kontaminanten. Sie entstehen vor allem während der Raffination von pflanzlichen Ölen und Speisefetten. Die höchsten Gehalte an diesen Verbindungen wurden in raffinierten Palmölen und -fetten gefunden, gefolgt von anderen raffinierten pflanzlichen Ölen und Fetten. Auch sämtliche Lebensmittel, die auf Basis von raffinierten pflanzlichen Speiseölen und -fetten hergestellt werden (u. a. Margarine, Backwaren, Säuglingsmilchnahrung), können belastet sein [6]. Glycidyl-Fettsäureestern (GE) setzen während der Verdauung Glycidol frei, welches als krebserregend und erbgutschädigend gilt. GE sind gesundheitlich bedenklich, da sie sowohl genotoxisch als auch karzinogen sind, d.h. sie können die DNA schädigen und Krebs verursachen. EFSA [7] Mineralöl- und Kunststoffbestandteile: Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MKW): MOSH und MOAH Mit den Abkürzungen MOSH und MOAH werden zwei unterschiedliche Gruppen chemischer Verbindungen bezeichnet, die im Mineralöl vorkommen. Bei MOSH (englisch Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) handelt sich um ein komplexes Gemisch aus gesättigten Kohlenwasserstoffen. Toxikologisch gesehen sind diese Verbindungen problematisch, da sie nicht nur eine Belastung für den menschlichen Körper darstellen, sondern auch in bestimmten Geweben ansammeln können. Die EFSA stufte die MOSH als potenziell besorgniserregend ein [8]. Zur MOSH-Fraktion gehören beispielsweise POSH (Polyolefin oligomeric saturated hydrocarbons), Paraffine (offenkettige Kohlenwasserstoffe) und Naphtene (cyklische Kohlenwasserstoffe) MOAH&#160;(englisch Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) sind eine Gruppe von ungesättigten aromatishcen (zyklischen) Kohlenwasserstoffe, von denen einige möglicherweise krebserregend sind. Als Hauptquelle für die Belastung gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier. MOSH lagern sich in menschlichem Gewebe an und fördern Tumorwachstum. Sie gelten sogar als potenziell krebserregend. Zur MOAH-Fraktion gehören beispielsweise Polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK). Die in Lebensmitteln nachgewiesene Fraktion an aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) kann aus unterschiedlichen Eintragsquellen stammen. Meist handelt es sich dabei um eine komplexe Mischung aus überwiegend alkylierten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, zu denen auch krebserzeugende Substanzen gehören können. Eine gesundheitliche Bewertung ist aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich. Schwieriger ist das bei den gesättigten Kohlenwasserstoffen MOSH/POSH. MOSH und POSH sind Stoffgruppen, die sich chemisch so sehr gleichen, dass sie sich mit der üblichen Analysemethode nicht sicher unterscheiden lassen. Wie MOAH sind MOSH Mineralölbestandteile. Von ihnen ist bekannt, dass sie sich im menschlichen Fettgewebe und in der Leber anreichern. Ob POSH die gleichen oder andere Risiken mit sich bringen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. POSH lösen sich aus Kunststoffen, hier möglicherweise aus Beschichtungen der Innenbeutel der Milchpulver. Nach unserer Auffassung sollten vorsichtshalber sowohl MOSH als auch POSH in Lebensmitteln so weit minimiert werden, wie irgend möglich. BFR: Fragen und Antworten zu Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln [9] Perchlorat und Chlorat aus Desinfektionsmitteln Desinfektionsmittel sind Substanzen, die gegen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Parasiten sowie Viren wirksam sind. Perchlorat-Vorkommen in der Umwelt sind hauptsächlich anthropogenen Ursprungs, d. h. durch den Menschen verursacht. Perchlorate wurden &#8211; anders als einige Chlorate &#8211; in der EU nie als Pflanzenschutzmittel oder Biozidwirkstoff genehmigt. Perchlorat kann jedoch bei der Verwendung von chlorhaltigen Substanzen zur Reinigung oder Desinfektion als Nebenprodukt entstehen. Nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse ist als Eintragspfad der Kontakt von Lebensmitteln mit Wasser wahrscheinlich, das zuvor zu Desinfektionszwecken mit chlorhaltigen Biozidprodukten behandelt worden ist. In dieser Säuglingsmilch wurden Schadstoffe nachgewiesen In folgenden Milchpulver-Produkten wurden aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen: Foodwatch 10/2020 [3]: Nestlé: BEBA Pro HA 2; BEBA Supreme Pre, von Geburt an; BEBA Optipro 2; BEBA Optipro 1; BEBA Pro HA 1, von Geburt an; BEBA Pro HA Pre Novalac: Säuglingsmilchnahrung PRE 400g; Säuglingsspezialnahrung BK Blähungen und Koliken Humana: SL Spezialnahrung bei Kuhmilchunverträglichkeit; Anfangsmilch 1 von Geburt an Rossmann: Babydream Kinderdrink ab 1 Jahr Foodwatch 5/2019 [4]: Nestlé BEBA OPTIPRO PRE 800 g von Geburt an; Chargennummer:&#160;&#160; &#160;91120346AA; Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020; Belastung mit MOAH: 3,0 mg/kg Nestlé BEBA OPTIPRO 1 800 g &#160;von Geburt an; Chargennummer: 9098080621; Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020; Belastung mit MOAH: 1,9 mg/kg;&#160; Novalac Säuglingsmilchnahrung PRE 400g (in Apotheken erhältlich); Chargennummer: A5952275; Mindesthaltbarkeitsdatum: 11.03.2020; Belastung mit MOAH: 0,5 mg/kg Ökotest 5/2019 [5]: Stark erhöhte MOSH/POSH: Hipp Bio Combiotik Pre Anfangsmilch Milupa Milumil Pre Anfangsmilch Aptamil Pronutra Anfangsmilch Pre (sehr stark erhöht) Babylove Anfangsmilch Pre Nestlé Bepa Optipro Pre (+ MOAH Nachweis) Babydream Anfangsmilch Pre Erhöhte 3-MCPD/Glycidylester-Werte Babydream Anfangsmilch Pre Fazit Strengere Tests müssen her Leider werden größere unabhängige Tests leider nicht oft durchgeführt und decken längst nicht alle Hersteller und Produkte. Foodwatch testete lediglich 2 Hersteller (Novalac und Nestlé BEBA), Öko-Test nur 16. Bei einem so wichtigen Produkt gehören strengere und breiter aufgestellte Tests her, die in einem engere Zeitfenster Säuglingsnahrung testen. Keine akute Gesundheitsgefahr Bei der Verwendung von Säuglingsnahrung mit nachgewiesen erhöhten Schadstoffen besteht keine akute Gesundheitsgefahr. Einige Hersteller haben ihre Produkte, oder zumindest die Charge mit der betroffenen Säuglingsmilch, aus dem Sortiment genommen. Es gibt aber auch Hersteller (vor allem Großkonzerne), die bis heute die Testergebnisse von Ökotest und Foodwatch ignorieren. Über einen Wechsel zu einer weniger belastenden Säuglingsmilch sollte nachgedacht werden. . Quellen [1] https://www.foodwatch.org/de/informieren/mineraloel/fragen-und-antworten-zu-mineraloel-in-saeuglingsmilch/ [2] https://www.oekotest.de/kinder-familie/Babynahrung-im-Test-Nur-fuenf-Pre-Milchpulver-sind-gut_111647_1.html [3] https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2020/staatliche-labore-finden-mineraloel-in-babymilch/ [4] https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2019/saeuglingsmilch-mit-mineraloel-belastet/ [5] https://www.united-kiosk.de/oeko-test-jahrbuch-kinder-und-familie-epaper/test-anfangsnahrung-pre-hipp-hipp-hurra/art_2111384_20190001208/?partnerId=OE20628 [6] https://www.bfr.bund.de/cm/343/3-mcpd-2-mcpd-glycidyl-fettsaeureester-in-lebensmitteln.pdf [7] https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/180110 [8] https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2903/j.efsa.2012.2704 [9] https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-mineraloelbestandteilen-in-lebensmitteln.pdf</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/14/schadstoffe-in-saeuglingsmilch/">Schadstoffe in Säuglingsmilch</a> erschien zuerst auf <a href="https://annisbuntewissenschaft.de">Annis bunte Wissenschaft</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify">Muttermilch nährt unsre Kleinen von Geburt an und schützt sie vor Infektionen und reduziert das Risiko für Übergewicht und Allergien. Hersteller von Muttermilchersatz-Produkten wie Pre-Nahrung oder Säuglings-Milch arbeiten daran, die natürliche Muttermilch so gut wie möglich nachzuahmen.</p>



<p class="has-text-align-justify">Doch dabei scheint so einiges schief zu gehen. Im Auftrag von Foodwatch hatten drei zertifizierte Labore&nbsp;unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Analysemethoden Babymilch auf Mineralöle untersucht. Von vier in Deutschland eingekauften Produkten waren drei mit krebsverdächtigen aromatischen Mineralölbestandteilen (MOAH) verunreinigt [1].</p>



<p class="has-text-align-justify">Auch Öko-Test untersuchte mehrere Milchpulver auf Fettschadstoffe, Mineralöl-Rückstände und Reste von Desinfektionsmitteln. Dabei haben sie herausgefunden, dass in vielen Milchpulvern zum einen zu viele Schadstoffe enthalten und zum anderen viele wichtige Nährstoffe fehlen [2]. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Kein einziges Produkt war frei von Mineralöl-Rückständen. Nur fünf Pre-Milchpulver sind &#8222;gut&#8220;</p><cite>Öko-Test Jahrbuch Kinder und Familie für 2020&nbsp;</cite></blockquote>



<p class="has-text-align-justify">In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Schadstoffe in Säuglingsmilch vorkommen können, warum sie schädlich sind und wie es zu solchen Verunreinigungen kommt.</p>



<p class="has-text-align-justify"><strong>Hinweis:&nbsp;Trotz der Fortschritte bei der Zusammensetzung und Herstellung von Milchpulver reicht Säuglingsnahrung noch nicht annähernd an die gesundheitlichen Vorteile deiner Muttermilch heran.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie gelangen Schadstoffe in das Milchpulver?</h3>



<ul class="wp-block-list"><li>In Säuglingsmilch sind pflanzliche Fette und Öle, die <strong>Fettschadstoffe</strong> enthalten können, welche bei der Raffinerie ungewollt entstehen können. </li><li>Die Hauptquelle für die Belastung mit <strong>Mineralölen</strong> gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier oder Kunststoffbeschichtungen. Andere mögliche Eintragsquellen sind auch Schmierstoffe aus Anlagen zur Lebensmittelherstellung, Abgase von Erntemaschinen oder Mineralöle, die bei Herstellungs- und Verpackungsprozessen als Schmier- oder Trennmittel eingesetzt werden. <strong>MOSH/POSH </strong>lösen sich aus Kunststoffen, beispielsweise aus Beschichtungen der Innenbeutel der Milchpulver oder Metalldosen. Als Hauptquelle für die Belastung mit <strong>MOAH</strong> gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier.</li><li>Bestandteile wie <strong>Perchlorat</strong> und <strong>Chlorat </strong>gelangen durch Kontakt mit Wasser, welches zuvor zu Desinfektionszwecken mit chlorhaltigen Biozidprodukten behandelt worden ist</li></ul>



<h4 class="wp-block-heading">Fettschadstoffe: 3-MCPD-, 2-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern</h4>



<p class="has-text-align-justify">Bei der chemischen Verbindung 3-Monochlorpropandiol (<strong>3-MCPD</strong>), 2-Monochlorpropandiol (<strong>2-MCPD</strong>) und deren Fettsäureester sowie <strong>Glycidyl-Fettsäureester</strong> <strong>(GE)</strong> handelt es sich um prozessbedingte Kontaminanten. Sie entstehen vor allem während der Raffination von pflanzlichen Ölen und Speisefetten. Die höchsten Gehalte an diesen Verbindungen wurden in raffinierten Palmölen und -fetten gefunden, gefolgt von anderen raffinierten pflanzlichen Ölen und Fetten. Auch sämtliche Lebensmittel, die auf Basis von raffinierten pflanzlichen Speiseölen und -fetten hergestellt werden (u. a. Margarine, Backwaren, Säuglingsmilchnahrung), können belastet sein [6].</p>



<p>Glycidyl-Fettsäureestern (GE) setzen während der Verdauung Glycidol frei, welches als krebserregend und erbgutschädigend gilt. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>GE sind gesundheitlich bedenklich, da sie sowohl genotoxisch als auch karzinogen sind, d.h. sie können die DNA schädigen und Krebs verursachen.</p><cite>EFSA [7]</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Mineralöl- und Kunststoffbestandteile: Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MKW): MOSH und MOAH</h4>



<p class="has-text-align-justify">Mit den Abkürzungen MOSH und MOAH werden zwei unterschiedliche Gruppen chemischer Verbindungen bezeichnet, die im Mineralöl vorkommen. </p>



<p class="has-text-align-justify">Bei <strong>MOSH </strong>(englisch Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) handelt sich um ein komplexes Gemisch aus <strong>gesättigten Kohlenwasserstoffen</strong>. Toxikologisch gesehen sind diese Verbindungen problematisch, da sie nicht nur eine Belastung für den menschlichen Körper darstellen, sondern auch in bestimmten Geweben ansammeln können. Die EFSA stufte die MOSH als potenziell besorgniserregend ein [8]. </p>



<p class="has-text-align-justify">Zur MOSH-Fraktion gehören beispielsweise POSH (Polyolefin oligomeric saturated hydrocarbons), Paraffine (offenkettige Kohlenwasserstoffe) und Naphtene (cyklische Kohlenwasserstoffe)</p>



<p class="has-text-align-justify"><strong>MOAH</strong>&nbsp;(englisch Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) sind eine Gruppe von ungesättigten aromatishcen (zyklischen) Kohlenwasserstoffe, von denen einige möglicherweise krebserregend sind. Als Hauptquelle für die Belastung gelten bisher Verpackungen aus Recyclingpapier. MOSH lagern sich in menschlichem Gewebe an und fördern Tumorwachstum. Sie gelten sogar als potenziell krebserregend.</p>



<p class="has-text-align-justify">Zur MOAH-Fraktion gehören beispielsweise Polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK).</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Die in Lebensmitteln nachgewiesene Fraktion an aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) kann aus unterschiedlichen Eintragsquellen stammen. Meist handelt es sich dabei um eine komplexe Mischung aus überwiegend alkylierten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, zu denen auch krebserzeugende Substanzen gehören können. Eine gesundheitliche Bewertung ist aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich. Schwieriger ist das bei den gesättigten Kohlenwasserstoffen MOSH/POSH. MOSH und POSH sind Stoffgruppen, die sich chemisch so sehr gleichen, dass sie sich mit der üblichen Analysemethode nicht sicher unterscheiden lassen. Wie MOAH sind MOSH Mineralölbestandteile. Von ihnen ist bekannt, dass sie sich im menschlichen Fettgewebe und in der Leber anreichern. Ob POSH die gleichen oder andere Risiken mit sich bringen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. POSH lösen sich aus Kunststoffen, hier möglicherweise aus Beschichtungen der Innenbeutel der Milchpulver. Nach unserer Auffassung sollten vorsichtshalber sowohl MOSH als auch POSH in Lebensmitteln so weit minimiert werden, wie irgend möglich.</p><cite>BFR: Fragen und Antworten zu Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln [9]</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Perchlorat und Chlorat aus Desinfektionsmitteln</h4>



<p class="has-text-align-justify">Desinfektionsmittel sind Substanzen, die gegen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Parasiten sowie Viren wirksam sind.</p>



<p class="has-text-align-justify"><strong>Perchlorat</strong>-Vorkommen in der Umwelt sind hauptsächlich anthropogenen Ursprungs, d. h. durch den Menschen verursacht. Perchlorate wurden &#8211; anders als einige Chlorate &#8211; in der EU nie als Pflanzenschutzmittel oder Biozidwirkstoff genehmigt. Perchlorat kann jedoch bei der Verwendung von chlorhaltigen Substanzen zur Reinigung oder Desinfektion als Nebenprodukt entstehen.</p>



<p class="has-text-align-justify">Nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse ist als Eintragspfad der Kontakt von Lebensmitteln mit Wasser wahrscheinlich, das zuvor zu Desinfektionszwecken mit chlorhaltigen Biozidprodukten behandelt worden ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">In dieser Säuglingsmilch wurden Schadstoffe nachgewiesen</h3>



<p>In folgenden Milchpulver-Produkten wurden aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen:</p>



<p><span style="text-decoration: underline;">Foodwatch 10/2020 [3]:</span></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Nestlé: BEBA Pro HA 2; BEBA Supreme Pre, von Geburt an; BEBA Optipro 2; BEBA Optipro 1; BEBA Pro HA 1, von Geburt an; BEBA Pro HA Pre</li><li>Novalac: Säuglingsmilchnahrung PRE 400g; Säuglingsspezialnahrung BK Blähungen und Koliken</li><li>Humana: SL Spezialnahrung bei Kuhmilchunverträglichkeit; Anfangsmilch 1 von Geburt an</li><li>Rossmann: Babydream Kinderdrink ab 1 Jahr</li></ul>



<p><span style="text-decoration: underline;">Foodwatch 5/2019 [4]:</span></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Nestlé BEBA OPTIPRO PRE 800 g von Geburt an; Chargennummer:&nbsp;&nbsp; &nbsp;91120346AA; Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020; Belastung mit MOAH: 3,0 mg/kg</li><li>Nestlé BEBA OPTIPRO 1 800 g &nbsp;von Geburt an; Chargennummer: 9098080621; Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020; Belastung mit MOAH: 1,9 mg/kg;&nbsp;</li><li>Novalac Säuglingsmilchnahrung PRE 400g (in Apotheken erhältlich); Chargennummer: A5952275; Mindesthaltbarkeitsdatum: 11.03.2020; Belastung mit MOAH: 0,5 mg/kg</li></ul>



<p><span style="text-decoration: underline;">Ökotest 5/2019 [5]: </span></p>



<p>Stark erhöhte MOSH/POSH:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Hipp Bio Combiotik Pre Anfangsmilch</li><li>Milupa Milumil Pre Anfangsmilch</li><li>Aptamil Pronutra Anfangsmilch Pre (sehr stark erhöht)</li><li>Babylove Anfangsmilch Pre</li><li>Nestlé Bepa Optipro Pre (+ MOAH Nachweis)</li><li>Babydream Anfangsmilch Pre</li></ul>



<p>Erhöhte 3-MCPD/Glycidylester-Werte</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Babydream Anfangsmilch Pre</li></ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<h5 class="wp-block-heading">Strengere Tests müssen her</h5>



<p class="has-text-align-justify">Leider werden größere unabhängige Tests leider nicht oft durchgeführt und decken längst nicht alle Hersteller und Produkte. Foodwatch testete lediglich 2 Hersteller (Novalac und Nestlé BEBA), Öko-Test nur 16. Bei einem so wichtigen Produkt gehören strengere und breiter aufgestellte Tests her, die in einem engere Zeitfenster Säuglingsnahrung testen. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Keine akute Gesundheitsgefahr</h5>



<p class="has-text-align-justify">Bei der Verwendung von Säuglingsnahrung mit nachgewiesen erhöhten Schadstoffen besteht keine akute Gesundheitsgefahr. Einige Hersteller haben ihre Produkte, oder zumindest die Charge mit der betroffenen Säuglingsmilch, aus dem Sortiment genommen. Es gibt aber auch Hersteller (vor allem Großkonzerne), die bis heute die Testergebnisse von Ökotest und Foodwatch ignorieren. Über einen Wechsel zu einer weniger belastenden Säuglingsmilch sollte nachgedacht werden.</p>



<p class="has-text-align-justify">.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Quellen</h3>



<p style="font-size:12px">[1] https://www.foodwatch.org/de/informieren/mineraloel/fragen-und-antworten-zu-mineraloel-in-saeuglingsmilch/</p>



<p style="font-size:12px">[2] https://www.oekotest.de/kinder-familie/Babynahrung-im-Test-Nur-fuenf-Pre-Milchpulver-sind-gut_111647_1.html</p>



<p style="font-size:12px">[3] https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2020/staatliche-labore-finden-mineraloel-in-babymilch/</p>



<p style="font-size:12px">[4] https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2019/saeuglingsmilch-mit-mineraloel-belastet/</p>



<p style="font-size:12px">[5] https://www.united-kiosk.de/oeko-test-jahrbuch-kinder-und-familie-epaper/test-anfangsnahrung-pre-hipp-hipp-hurra/art_2111384_20190001208/?partnerId=OE20628 </p>



<p style="font-size:12px">[6] https://www.bfr.bund.de/cm/343/3-mcpd-2-mcpd-glycidyl-fettsaeureester-in-lebensmitteln.pdf</p>



<p style="font-size:12px">[7] https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/180110</p>



<p style="font-size:12px">[8] https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2903/j.efsa.2012.2704 </p>



<p style="font-size:12px">[9] https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-mineraloelbestandteilen-in-lebensmitteln.pdf</p>



<p></p>


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		<title>Bedenkliche Materialien und Inhaltsstoffe in Feuchttüchern</title>
		<link>https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/06/bedenkliche-materialien-und-inhaltsstoffe-in-feuchttuechern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ann-Kathrin Ortmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 19:43:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hygiene Baby]]></category>
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		<category><![CDATA[Schadstoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehrmals am Tag müssen wir Eltern die Windeln unserer Kleinen wechseln. Um den Babypopo schnell und einigermaßen hygienisch zu säubern, greifen viele zu praktischen Einweg-Feuchttüchern.</p>
<p>Spitze, oder?  Und bei einem so heiß umkämpften und streng überwachten Markt kann in den praktischen Packungen ja wohl nichts Schlimmes drin stecken – oder?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/06/bedenkliche-materialien-und-inhaltsstoffe-in-feuchttuechern/">Bedenkliche Materialien und Inhaltsstoffe in Feuchttüchern</a> erschien zuerst auf <a href="https://annisbuntewissenschaft.de">Annis bunte Wissenschaft</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-justify">Mehrmals am Tag müssen wir Eltern die Windeln unserer Kleinen wechseln. Um den Babypo schnell und einigermaßen hygienisch zu säubern, greifen viele zu praktischen Einweg-Feuchttüchern. Das&nbsp;Sortiment&nbsp;ist aktuell kaum noch überschaubar: Jeder bekannte Babykosmetikhersteller, ja sogar jeder Supermarkt und jede Drogerie hat seine eigenen Feuchttücher. Es gibt sie parfümiert, mit Öl, für empfindliche Haut ohne Duftstoffe und sogar Feuchttücher für extrem empfindliche Haut, die auch für Kinder mit Neurodermitits geeignet sind.</p>



<p class="has-text-align-justify">Spitze, oder? Und bei einem Produkt, welches für die Haut der Babys konzipiert wurde, kann ich doch davon ausgehen, dass es streng überwacht und geprüft wird. Da sollte ja wohl nichts Schlimmes drin stecken – oder?</p>



<p></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Bedenkliche Materialien und Inhaltsstoffe in Feuchttüchern</strong></h3>



<p class="has-text-align-justify">So einfach ist das leider nicht. Denn es gibt sie: Bedenkliche Inhaltsstoffe, die vielleicht in geringen Mengen (innerhalb der Grenzwerte) eingesetzt werden oder die bei der Herstellung der Tücher verwendet werden und deshalb nicht deklarierungspflichtig sind. </p>



<p class="has-text-align-justify">Und die Liste ist lang: Kunststofffasern oder schwer abbaubare Polymere und Silikone, die ein enormes Umweltproblem darstellen. Krebserregende halogenorganische Verbindungen, reizende Konservierungsmittel und Duftstoffe oder Inhaltsstoffe die die Haut durchlässiger für andere Wirk- oder Schadstoffe machen. Die Liste ist lang. </p>



<h4 class="wp-block-heading">1. Kunststofffasern</h4>



<p class="has-text-align-justify">Obwohl viele Hersteller gerade dabei sind, abbaubare Feuchttücher aus Pflanzenfasern an den Markt zu bringen, bestehen herkömmliche Feuchttücher aus Kunsstofffasern, wie Polypropylen oder Polyester, die auf der Basis von Erdöl hergestellt werden. Landen sie nicht im Restmüll, gelangen sie Solche Tücher zersetzen sich nicht ohne Weiteres, sondern brauchen dafür zum Teil mehrere hundert Jahre.</p>



<p>Gute Alternativen sind Fasern pflanzlichen Ursprungs wie Viskose oder Lyocell. </p>



<p><span style="text-decoration: underline;">Unterteilung nach der Faserstoffart von Feuchttüchern</span></p>



<ul class="wp-block-list"><li>pflanzlichen Fasern wie Baumwollvliesstoff, Flachsfaservliesstoff</li><li>Chemiefasern aus natürlichen Polymeren pflanzlichen bzw. cellulosischen Ursprungs, wie Viskosefaservliesstoff (Baumwolle, Buchen, Fichten, Eukalyptus, Pinien, Bambus)</li><li>Chemiefasern aus synthetischen Polymeren, wie Polyestervliesstoff, bei Spinnvliesstoffen oft noch unterteilt in PET (Polyethylenterephthalat)- bzw. PBT (Polybutylenterephthalat)-Vliesstoff, PP (Polypropylen)-Vliesstoff, PA(Polyamid)-Vliesstoff, PE (Polyethylen)-Vliesstoff, Aramidfaservliesstoff, PES(Polyester)-Vliesstoff</li></ul>



<p></p>



<p class="has-text-align-justify"><strong>Das ist neu: Gemäß der neuen EU-Kunststoffprodukte-Richtlinie (<a href="https://ec.europa.eu/germany/news/20190328-plastikprodukte_de">2019</a>)&nbsp;müssen die Hersteller&nbsp;auf den Verpackungen darauf hinweisen, wenn sie Feuchttücher mit herkömmlichen Kunstfasern produzieren.&nbsp;Zusätzlich müssen sie über die negativen Auswirkungen unsachgemäßer Entsorgung informieren und werden an den Kosten von Reinigungsmaßnahmen, Transport und Entsorgung&nbsp;beteiligt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/weniger-plastik-in-der-umwelt-eu-stimmt-richtlinie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quelle Umweltbundesamt</a>).</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">2. Halogenorganische Verbindungen</h4>



<p class="has-text-align-justify">Halogenorganische Verbindungen oder auch als AOX (Adsorbierbare organisch gebundene Halogene) bezeichnet umfasst eine ganze Stoffgruppe von mehreren tausend Stoffen. Diese organischen Verbindungen besitzen ein oder mehrere Halogenatome, z.B. Fluor, Chlor, Brom oder Jod. Daher das „x“ als Platzhalter.</p>



<p class="has-text-align-justify">Einige halogenorganische Verbindungen kommen auch in der Natur vor und gelten als weniger bedenklich. Es gibt aber auch Verbindungen, die als krebserregend gelten oder allergische Reaktionen auslösen können. &nbsp;Und viele der künstlich erzeugten halogenorganischen Verbindungen gehören zu den besonders gefährlichen Umweltschadstoffen. Vor allem die Klasse der organischen Chlorverbindungen aus dieser Gruppe ist in die Kritik von Umweltverbänden geraten, z. B. Dioxine oder chlorhaltige Pestizide wie DDT und Atrazin. Viele halogenorganische Verbindungen sind persistent, was einen schnellen Abbau zu unproblematischen Stoffen verhindert. Zahlreiche Vertreter dieser Gruppe stehen im Verdacht krebserzeugend zu sein und sind toxisch. Durch ihre gute Fettlöslichkeit wird die Aufnahme und Speicherung der Stoffe in Lebewesen begünstigt.</p>



<p class="has-text-align-justify">Im Falle der Feuchttücher könnte es sich laut Öko-Test bei den Verbindungen um Überbleibsel aus der Bleiche des Vliesstoffs handeln. Bei einigen Verfahren setzten die Hersteller möglicherweise noch Chlorverbindungen ein, was die Rückstände erklären könnte. Sie sind als solche nicht auf der Verpackung verzeichnet, weil sie Rückstände der Verarbeitung sind.</p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">3. Konservierungsmittel</h4>



<p class="has-text-align-justify">Konservierungsmittel in Feuchttüchern verhindern das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen. Denn die haben es sehr gerne warm und vor allem feucht. Feuchttücher, die zu Hause im Kühlen stehen und sehr schnell aufgebraucht werden benötigen keine Konservierungsmittel. Sind sie jedoch für Unterwegs gedacht, liegen im Wickelrucksack, der gerne in der Sonne steht und werden nur sehr langsam aufgebraucht, ist es von Vorteil, wenn die Feuchttücher Konservierungsmittel enthalten.</p>



<p class="has-text-align-justify">Aber Achtung, die Haut der Kleinen kann empfindlich auf Konservierungsmittel reagieren und einen wunden Po verursachen.</p>



<p class="has-text-align-justify">Zu den Konservierungsmitteln zählen rund 55 zugelassene Stoffe. Sie sind in der EU-Kosmetikverordnung namentlich aufgelistet und sollen „ausschließlich oder überwiegend die Entwicklung von Mikroorganismen hemmen“. &nbsp;Manche der zugelassenen Konservierungsmittel sind jedoch bedenklich: So stehen Parabene z.B. im Verdacht, in den menschlichen Hormonhaushalt einzugreifen, Formaldehyd als krebserregend und Methylisothiazolinon gilt als potentielles Allergen.</p>



<p></p>



<p>Liste problematischer Konservierungsmittel in Feuchttüchern:</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list" id="block-67e5960a-c358-4d29-ab7c-81ca2d9e074f"><li>Benzylparabene</li><li>Formaldehyd</li><li>Isobutylparabene</li><li>Methylchlorisothiazolinon</li></ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list" id="block-3aa6a42e-1c3e-44be-ac4e-3d8fec141f4c"><li>Methyldibromoglutaronitril</li><li>Methylisothiazolinon</li><li>Methylparabene</li><li>Phenylparabene</li></ul>
</div>
</div>



<p class="has-text-align-justify"><strong>Anmerkung: auch unproblematische Konservierungsmittel können allergische Reaktionen oder Hautreizungen</strong> <strong>auslösen (Phenoxyethanol, Ethyhexylglycerin, Disodium EDTA, Sodium Benzoate, Benzyl Benzoate, Potassium Sorbate, Dehydroacetic Acid)</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">4. PEG und PEG-Derivate</h4>



<p class="has-text-align-justify">Polyethylenglykol (kurz: PEG) ist ein Polymer, welches als Tensid in Feuchttüchern eingesetzt wird, um zu schäumen und reinigen. Als Derivate werden in der Chemie Stoffe bezeichnet, die von einer bestimmten Grundsubstanz abgeleitet wurden. Deshalb weisen sie eine ähnliche Struktur wie die Ausgangssubstanz auf. Alle Derivate des Polyethylenglykols werden mit „PEG“ und einer Zahl angegeben. Diese gibt an, aus wie vielen Moleküleinheiten der Stoff besteht (z.B. PEG-32, PEG-8, usw.).</p>



<p>Polyethylenglykol und PEG-Derivate werden aus Erdöl hergestellt und sind ab einer bestimmten Molekülmasse schwer abbaubar.</p>



<p class="has-text-align-justify">Problematik: PEG und PEG-Derivate machen unsere Haut durchlässiger für Wirkstoffe aber auch für Schadstoffe, weshalb sie besonders für bereits gereizte Haut gefährlich sind. In Studien konnten PEGs (bei einer gesunden Haut) keine giftigen oder reizenden Eigenschaften nachgewiesen werden, weshalb sie oft als „gut verträglich“ deklariert werden. In Kosmetika kombinieren Hersteller sie aber oft mit anderen, deutlich schädlicheren Inhaltsstoffen. Diese nimmt unsere Haut dann leichter auf, weil sie durch das PEG durchlässiger wird.</p>



<h4 class="wp-block-heading">5. Schwer abbaubare Polymere und Silikone</h4>



<p class="has-text-align-justify">Um einen gelichmäßigen Film auf den Feuchttüchern zu bekommen, setzten einige Hersteller auf filmbildende Inhaltsstoffe. Dazu eignen sich Kunststoffe oder Silikone. Doch leider sind sie eine Belastung für unsere Umwelt. Sie werden meist aus Erdöl hergestellt und sind schwer abbaubar und können als Quelle für Mikroplastik dienen.</p>



<p><span style="text-decoration: underline;">Liste schwer abbaubarer Polymere und Silikone:</span></p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list"><li>Acrylates Copolymer (AC)</li><li>Acrylates Crosspolymer ACS</li><li>Carbomer</li><li>Cyclomethicone</li><li>Dimethicone</li><li>Methicone</li><li>Nylon-12</li><li>Nylon-6</li><li>Polyacrylate (PAK)</li><li>Polyamide (PA)</li><li>Polyethylen (PE)</li></ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list"><li>Polyethylene glycol (PEG)</li><li>Polyethylenterephthalat (PET)</li><li>Polymethylmethacrylat (PMMA)</li><li>Polypropylen (PP)</li><li>Polypropylene glycol (PPG)</li><li>Polyquaternium</li><li>Polysiloxane</li><li>Polystyren (PS)</li><li>Polytetrafluorethylen (PTFE)</li><li>Polyurethan (PUR)</li><li>Siloxane</li></ul>
</div>
</div>



<p class="has-text-align-justify"><strong>Anmerkung: Ob ein Material biologisch abbaubar ist, hängt nicht von der Rohstoffbasis ab, sondern von der chemischen Struktur des Stoffs. Das bedeutet, dass grundsätzlich auch Kunststoffe aus fossilen Rohstoffen biologisch abbaubar sein können. Andersherum können Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen eine Struktur aufweisen, die eine biologische Abbaubarkeit ausschließt.</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">6. Duftstoffe:</h4>



<p class="has-text-align-justify">Duftstoffe sind Moleküle, die über das olfaktorische System (Geruchssinn) wahrgenommen werden. Es handelt sich um flüchtige Substanzen, die sich in der Luft verteilen und dadurch einen spezifischen Geruch verbreiten. Sie zählen nach Nickel zu den zweithäufigsten Auslösern von Kontaktallergien. Etwa jeder Fünfte reagiert mit Allergien oder Unverträglichkeiten auf Produkte mit Duftstoffen. Dabei ist es egal, ob die Duftstoffe synthetischen oder natürlichen Ursprungs sind.</p>



<p class="has-text-align-justify">Aufgrund entsprechender EU-Vorschriften sind u. a. 26 Duftstoffe (Tabelle 1) mit allergenem Potenzial seit 2005 deklarationspflichtig, sofern sie eine Konzentration von 0,001 % in „Leave-on-Produkten“ und 0,01 % in „Rinse-off-Produkten“ überschreiten. Handelt sich um eine Beduftung reizarmer Natur bzw. liegt die Konzentration des Duftstoffes unterhalb der Grenzwerte, muss dies lediglich als Parfum, Aroma oder Fragrance in der Inhaltsstoffliste deklariert werden.</p>



<p></p>



<p><span style="text-decoration: underline;">Liste deklarierungspflichtiger Duftstoffe nach der&nbsp; Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 (Artikel 19):</span></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list"><li>Alpha-Isomethyl Ionone</li><li>Amyl Cinnamal</li><li>Amylcinnamyl Alcohol</li><li>Anise Alcohol</li><li>Benzyl Alcohol</li><li>Benzyl Benzoate</li><li>Benzyl Cinnamate</li><li>Benzyl Salicylate</li><li>Butylphenyl Methylpropional</li></ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list"><li>Cinnamal</li><li>Cinnamyl Alcohol</li><li>Citral</li><li>Citronellol</li><li>Coumarin</li><li>Eugenol</li><li>Evernia Furfuracea Extract</li><li>Evernia Prunastri Extract</li><li>Farnesol</li></ul>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<ul class="wp-block-list"><li>Geraniol</li><li>Hexyl Cinnamal</li><li>Hydroxycitronellal</li><li>Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyd</li><li>Isoeugenol</li><li>Limonene</li><li>Linalool</li><li>Methyl 2-Octynoate</li></ul>
</div>
</div>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Welche Feuchttücher frei von bedenklichen Inhaltsstoffen sind, erfahrt ihr im Beitrag: <a href="https://annisbuntewissenschaft.de/2021/02/07/der-grosse-feuchttuecher-check/">Der große Feuchttücher-Check</a></strong></h5>
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