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Sonnenschutz im Kindergarten

Der Sommer steht vor der Tür und schon jetzt zeigt sich die Sonne kräftig. Damit gewinnt das Thema Sonnenschutz im Kindergarten zunehmend an Bedeutung.

Ein spezielles Gesetz zum Sonnenschutz im Kindergarten oder in anderen pädagogischen Einrichtungen existiert bisher nicht. Dennoch ergibt sich aus der allgemeinen Schutzpflicht (beispielsweise der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“) eindeutig, dass pädagogisches Fachpersonal die Verantwortung trägt, die ihnen anvertrauten Kinder vor jeglicher Form von Gefahr und gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu schützen. Dies schließt ausdrücklich auch den Sonnenschutz ein.

Auch die Unfallkassen der Bundesländer, welche für Kindertageseinrichtungen in ihrem Bundesland zuständig sind , betonen im Rahmen der Unfallverhütung, dass der Schutz vor UV-Strahlung ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsprävention ist. Sie empfiehlt, das Thema Sonnenschutz fest in der pädagogischen Konzeption zu verankern und Eltern aktiv einzubeziehen, beispielsweise über Elternabende, Aushänge, Elternbriefe oder persönliche Gespräche. Quelle

Sonnenschutzregeln für Eltern UND pädagogisches Fachpersonal

1.Eine effektive Umsetzung von Sonnenschutzmaßnahmen im Kindergarten erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen pädagogischen Fachkräften UND Eltern.

Es ist weder angemessen, die alleinige Verantwortung den Mitarbeitenden der Einrichtung aufzuerlegen noch kann erwartet werden, dass Eltern den gesamten Tag ausschließlich für den Sonnenschutz ihrer Kinder verantwortlich sind.

Daher ist ein regelmäßiger Austausch zum Beispiel im Rahmen von Elternabenden besonders wichtig. So können Sonnenschutzmaßnahmen gemeinsam abgestimmt, Missverständnisse geklärt und Informationsmaterialien wie Flyer weitergegeben werden. Außerdem bietet sich die Gelegenheit, gemeinsam über sinnvolle strukturelle Maßnahmen zu sprechen, etwa über Sonnensegel, schattenspendende Bäume oder feste Überdachungen.

Kostenlose Informationsflyer stehen online bei verschiedenen Bundesländern und Institutionen zur Verfügung. Zum Beispiel unter kindergesundheit-info.de oder krebsgesellschaft-sh.de.

2. Das Tragen von Schutzkleidung, beispielsweise einer Mütze oder Cap, ist verpflichtend. Unbedeckte Hautstellen werden zusätzlich eingecremt.

Kinder sollten stets einen Hut oder eine Kappe mit Nackenschutz tragen, die sowohl Augen als auch Ohren vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Die Kleidung sollte zudem luftig sein, den Körper jedoch möglichst gut bedecken. Ergänzend kann UV-Schutzkleidung eingesetzt werden, die trotz leichter Materialien einen hohen Schutz bietet.

Wo Kleidung die Haut nicht ausreichend vor UV-Strahlung schützt, muss zusätzlich Sonnenschutzmittel aufgetragen werden. Dabei können sich pädagogische Fachkräfte und Eltern auf ein gemeinsames Produkt einigen oder die Eltern bringen eigene geeignete Sonnencreme mit. Empfehlenswert ist ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30, optimalerweise LSF 50, möglichst ohne Duftstoffe. Sonnenschutzmittel mit mineralischen Filtern wirken sofort nach dem Auftragen, da sie die UV-Strahlung direkt reflektieren bzw. streuen. Sonnenschutzmittel mit chemischen UV-Filtern benötigen hingegen etwa 20 Minuten, bevor sie ihre volle Schutzwirkung entfalten. Daher sollten sie rechtzeitig vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden.

Empfehlungen und auf was man beim Kauf von UV-Kleidung achten sollte, gibt es in diesem Beitrag

3. An Tagen, an denen ein UV-Index von 3 oder höher vorhergesagt ist, kommen die Kinder bereits eingecremt in die Einrichtung.

Der UV-Index (UVI) ist ein Messwert für die Stärke der ultravioletten Sonnenstrahlung. Er gibt an, wie hoch die UV-Belastung der Haut am jeweiligen Tag ist. Je höher der UV-Index, desto schneller kann die Haut Schaden nehmen (z. B. Sonnenbrand).

UV-Index-Vorhersagen finden sich in vielen Wetter-Apps sowie auf der Website des Bundesamt für Strahlenschutz.

An Tagen mit einem UV-Index über 3 gilt: Kinder kommen morgens bereits eingecremt in die Einrichtung. Am besten wird der Sonnenschutz schon zu Hause aufgetragen, bevor das Kind gebracht wird. Der Lichtschutzfaktor der Sonnencreme verlängert unter optimalen Bedingungen die Zeit, in der die Haut vor Sonnenbrand geschützt ist (Eigenschutzzeit), und reduziert so die UV-Wirkung auf die Haut.

Wichtig dabei zu wissen: Diese Schutzzeit läuft nicht sofort nach dem Auftragen ab, sondern erst, wenn UV-Strahlung auf die Haut trifft. Und: Die Schutzzeit hängt von der Stärke der UV-Strahlung ab. Bei einem hohen UV-Index (z. B. UVI 8) wird sie schneller „aufgebraucht“ als bei niedrigeren Werten.

Ein Kind, das um 8 Uhr eingecremt in die Kita gebracht wird, hat also nicht nach einer festen Zeit (z. B. 250 Minuten) automatisch keinen Schutz mehr. Entscheidend ist die tatsächliche UV-Belastung während des Aufenthalts im Freien. Geht es erst um 10 Uhr nach draußen, ist der Sonnenschutz nicht „abgelaufen“, sondern weiterhin wirksam und wird erst bei UV-Exposition beansprucht.

Für Kinder, die das Eincremen nur schwer zulassen, kann UV-Schutzkleidung eine gute Alternative sein. Grundsätzlich gilt: Kinder ohne ausreichenden Sonnenschutz sollten nicht ungeschützt in die direkte Sonne gehen, sondern im Schatten bleiben oder im Innenbereich betreut werden – auch dann, wenn Eltern das Eincremen ablehnen.

4. Nachcremen ist wichtig:

Im Kinderalltag kann der Sonnenschutz der Sonnencreme durch Schwitzen, Wasser und Reibung (z. B. durch Kleidung oder Händewaschen) schnell abgetragen werden, besonders im Gesicht und an den Händen. Daher ist es wichtig, dort gezielt nachzucremen, um den Schutz zuverlässig zu erhalten.

5. Mittagszeit möglichst meiden und bei hohen UV-Index-Werten über 8 nach Möglichkeit im Innenbereich bleiben.

Etwa 80 % der täglichen UV-Strahlung treten zwischen 11 und 16 Uhr auf, wenn die Sonne am höchsten steht. In dieser Zeit ist die UV-Belastung besonders intensiv.

Für den Kita-Alltag bedeutet das: Aktivitäten im Freien sollten möglichst vor 10 Uhr stattfinden. Danach sollten direkte Sonnenexpositionen möglichst vermieden und Spiel- und Bewegungsangebote bevorzugt in den Schatten verlegt werden. Bei hoher UV-Belastung sind auch Innenaktivitäten sinnvoll. Der UV-Index sollte dabei regelmäßig beachtet werden, um den Tagesablauf entsprechend anzupassen.

Tagesverlauf der Messstation ist Stuttgart. Quelle bfs.de

WICHTIG: Kinder unter 2 Jahren dürfen keinesfalls in die direkte Sonne, da ihr körpereigener UV-Schutz noch nicht ausreichend ausgebildet ist. […] Auch mit einem Sonnenschutz, wie einem Schirm oder einem Sonnensegel, sollte die pralle Sonne vermieden werden. Es besteht die Gefahr, dass Kinder überhitzen (sichere-kita.de).

Für einen wirksamen Sonnenschutz im Kita-Alltag ist eine konsequente und gemeinsame Umsetzung entscheidend. Die Gesundheit der Kinder steht dabei immer im Mittelpunkt. Da sich Kinder noch nicht ausreichend selbst vor UV-Strahlung schützen können, liegt die Verantwortung bei uns Erwachsenen.

Umso wichtiger ist ein abgestimmtes Vorgehen im sowie eine klare und verlässliche Kommunikation mit den Eltern. Dazu gehört eine regelmäßige Information rund um Sonnenschutz und UV-Schutz im Alltag (z.B. an Elternabenden), unterstützt durch verständliche Infoblätter und praktische Hinweise für den Alltag. So kann das Thema Schritt für Schritt im Alltag verankert werden und alle Beteiligten werden gut abgeholt.

Ergänzend hilft eine kindgerechte Vermittlung im Kita-Alltag, zum Beispiel über Bücher oder spielerische Angebote.

Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können Schutzmaßnahmen im Alltag sicher und routiniert umgesetzt werden.

Buchtipp: Familie weiß Bescheid – Mini-Buch Sonnenschutz (Richtig Wissen Verlag)
Mini-Buch Sonnenschutz – Richtig Wissen Verlag

Einen kostenlosen Flyer zum Ausdrucken und aufhängen oder weitergeben, gibt es hier im Shop:

Sonnenschutzregeln im Kindergarten

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Kostenloser Download: Sonnenschutz Regeln für Kita und Kindergarten

Dieses PDF enthält 4 einfache Regeln für den Sonnenschutz im Kindergarten. Es zeigt, wie Kinder im Alltag gut geschützt werden können und wie Eltern und Erzieherinnen dabei zusammenarbeiten. Die Regeln erklären unter anderem das Eincremen, passende Kleidung und den Umgang mit starker Sonne.

 

Das Dokument kann gerne als Poster oder Flyer ausgedruckt und gut sichtbar in der Einrichtung aufgehängt werden oder weitergegeben werden.

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